Download Programm für Filme und Musik

In der heutigen Medienindustrie sind mit Sicherheit viele Menschen zu finden, die sich zurück in die frühen neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wünschen. Die Gründe dürften allerdings nicht nostalgischer Natur sein, sondern lassen sich vermutlich durch einen simplen neudeutschen Begriff beschrieben: Download Programme. 

Spätestens seit der Einführung des schnellen Breitband-zugangs DSL, dem sogenannten „Highspeed-Internet“ hat ein Teil der Internetnutzer eine Möglichkeit für sich entdeckt, kostenlos und schnell an Musik- und Videodateien zu gelangen. Mit Hilfe von Download Programmen wie E-Donkey, E-Mule, Kazaa, Bittorrent oder BearShare sind viele aktuelle Mediendateien kostenlos im Netz verfügbar. Allerdings ist das herunterladen derartiger Dateien mit Hilfe von Download Programmen illegal – was viele User aber offenbar nicht abschreckt. Obwohl das Herunterladen einer Musik-CD oder eines Kinofilms mit einem Download Programm einen Verstoß gegen das Urheberrecht darstellen, geschieht dies in einem nicht zu unterschätzenden Ausmaß. Und die Angebote in den Download Programmen sind gewaltig: Nahezu jede aktuelle Musik-CD, jede frisch veröffentlichte Film-DVD und fast jeder neu gestartete Kinofilm sind nach wenigen Tagen bei einem Download Programm zu finden. Sowohl die Musik- als auch die Filmindustrie beklagen große finanzielle Verluste durch das illegale Herunterladen von Filmen und Musik mit Hilfe solcher Download Programme. Doch entsprechende Angebote seitens der Industrie, die den Internetnutzern – als Alternative zu illegalen Download Programmen – günstige Möglichkeiten zum legalen Erwerb von Musik und Filmen im Netz geben, sind leider immer noch Mangelware. Wenn Musik- und Filmdateien im Internet angeboten werden, so oftmals nur zu hohen Preisen und mit einem digitalen Kopierschutz versehen. Letzterer führt dazu, dass die Nutzer die heruntergeladenen Dateien oftmals nur auf einem bestimmten Player oder mit bestimmter Software abspielen können. Dies wird von den meisten Anwendern allerdings als wenig kundenfreundlich angesehen, denn eine gekaufte CD kann der Besitzer auf beliebig vielen Wegen abspielen, ohne von einem Kopierschutz gegängelt zu werden. 

Dass es auch anders geht, zeigen die Beispiele von Apple und Amazon: Beide Unternehmen bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Musikdateien ohne digitalen Kopierschutz in ihren Internet-Geschäften zu erwerben. Bei Apples Medienbibliothek I-Tunes, die auch ein integriertes Download Programm enthält, beschränkt sich diese Möglichkeit im Moment auf die Musikdateien einzelner Plattenfirmen, Amazon bietet schon alle verfügbaren Musikdateien ohne digitalen Kopierschutz an. Das Problem bleiben aber die Preise: Solange die Internetnutzer für eine heruntergeladenen CD annähernd das Gleiche bezahlen müssen, wie für eine im Ladengeschäft erstandene CD, werden die illegalen Angebote in einem Download Programm interessant genug für einen Teil der Internet-Nutzer bleiben, um damit verbundene, strafrechtliche Konsequenzen in Kauf zu nehmen.

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