Filme anschauen – kostenlos im Internet

Was tun, wenn das Fernsehprogramm an genau diesem Abend mal wieder nichts Sehenswertes bringt? Noch vor einigen Jahren hätte es in solchen Momenten kaum Alternativen gegeben, mittlerweile aber sind die Geschwindigkeiten der Breitbandinternetanschlüsse ausreichend hoch, um auch im weltweiten Netz Filme anschauen zu können. Die Grenzen zwischen Legalität, rechtlicher Grauzone und der offensichtlichen Gesetzeswidrigkeit sind dabei gar nicht so schwammig formuliert, wie man es vielleicht glauben mag.

Qualität über Quantität
Viele sogenannte Internet Service Provider (ISPs) bieten mittlerweile hauseigene Dienste an, mit denen sich im Internet Filme anschauen lassen. 1&1 beispielsweise bietet mit Maxdome eine solche Plattform an, wo man für einen monatlichen Beitrag und eventuelle kleine Summen für einzelne, besonders gefragte Filme eine große Auswahl an aktuellen und älteren Kinofilmen zur Auswahl hat. Diese werden wahlweise per Stream zum sofortigen Anschauen oder als Download angeboten. Filme anschauen funktioniert damit auch im Internet ohne Probleme; auch die Qualität liegt mindestens auf DVD-Niveau.
Auch bei Videoportalen wie YouTube werden ab und zu Filme angeboten. Die Qualität liegt dort erwartungsgemäß deutlich unter dem Standard, den kostenpflichtige Dienste anbieten. Auch muss man dort einfach ein wenig Glück haben; aktuelle Kino- oder DVD-Filme wird man dort nicht finden, bei einigen älteren Filmen kann man aber durchaus Glück haben und sie dort in viele kleine Abschnitte unterteilt – YouTube erlaubt leider nur maximale Videocliplängen von zehn Minuten – vorfinden. Filme anschauen ist rein rechtlich gesehen somit auch bei YouTube kein Problem. Das Dilemma liegt in diesem Fall eher auf Seiten der Betreiber von YouTube, die dafür sorgen sollten, dass urheberrechtlich geschützte Filme nicht auf ihrer Seite auftauchen.

Teurer Spaß?
Problematisch wird es, wenn man sich in einschlägigen Tauschbörsen herumtreibt und dort Filme herunterlädt beziehungsweise – noch schlimmer – anbietet. Dass das Herunterladen und anschließende Ansehen von Filmen dort illegal ist, dürfte offensichtlich sein. Filme anschauen ist somit zwar möglich, aber ob es sich wirklich lohnt? Flattert das Schreiben eines Anwalts ins Haus, und man muss unter Umständen einen vierstelligen Betrag für das illegale Herunterladen eines Films bezahlen, hätte man sich dafür die Filme auch gleich auf legalem Wege besorgen können.

Es ist nicht alles Gold…
Vorteile im Gegensatz zum herkömmlichen Fernsehen gibt es reichlich. Filme anschauen im Internet kommt normalerweise gänzlich ohne Werbung es. Auch ist man nicht der Willkür der verschiedenen Sender ausgeliefert. Möchte man sich jetzt in diesem Moment gerne „Herr der Ringe“ anschauen, dann tut man dies einfach im Internet. Im Fernsehen hingegen müsste man darauf hoffen, dass auch gerade heute dieser Film ausgestrahlt wird – eine hoffnungslose Angelegenheit. Das beliebige Pausieren, zurückspulen und weitere Komfortfunktionen (die allerdings, so viel muss gesagt werden, auch langsam im Fernsehen Einzug halten) macht Filme anschauen im Internet noch attraktiver.
Natürlich ist auch dieses System nicht nur mit Vorteilen verbunden. Die Preise für einzelne Filme und eventuell abzuschließende Monatsabonnements sind im Moment doch noch etwas hoch, gerade im Vergleich zu den Preisen einer Videothek. Dort erhält man außerdem für einen oder zwei Tage das Nutzungsrecht für den geliehenen Film, und darf ihn in diesem Zeitraum so oft anschauen, wie es beliebt. Filme anschauen im Internet hingegen limitiert die Anzahl meist auf einmaliges Ansehen – dann erlischt die Lizenz.

Ausblick in die Zukunft
Dennoch wird sich das Filme Anschauen auch im Internet über kurz oder lang durchsetzen. Der Gang auf das Sofa ist nun einmal erheblich komfortabler, als der Gang in die Videothek. Auch für die etwas schwächelnde Industrie bieten sich neue Vertriebsmöglichkeiten ihrer Medien und neue Arten, Werbung in ihre Sendungen einzubinden – und die lassen sich schließlich keine Möglichkeit des Geldverdienens entgehen.